PTA finden: 5 Methoden, damit Ihre Apotheke nicht zur nächsten Schließung wird
16.601 Apotheken gab es Ende 2025 in Deutschland, so wenige wie seit fast 50 Jahren nicht mehr. 502 Schließungen standen im selben Jahr nur 62 Neueröffnungen gegenüber.
Ein Teil davon ist wirtschaftlich bedingt, das Fixhonorar ist seit 2013 praktisch eingefroren. Ein wachsender Teil ist aber schlicht Personalmangel: 60 Prozent der Apothekeninhaber berichten von spürbarem Fachkräftemangel, in Landapotheken sind es 64 Prozent.
Besonders hart trifft es PTA-Stellen: Nur 39 Prozent der offenen PTA-Positionen werden überhaupt besetzt. Für eine Apotheke, die ohne examinierte PTA ihre Mindestbesetzung nicht sicherstellen kann, ist das keine abstrakte Zahl, sondern eine direkte Bedrohung des Betriebs.
ABDA, Apothekenwirtschaftsbericht 2026; Branchenumfrage unter Apothekeninhabern, Stand 2025/2026.
Eine Apotheke ohne ausreichend PTA ist keine Frage der Qualität, sondern der Öffnungszeiten. Wer die Mindestbesetzung nicht sicherstellt, muss Öffnungszeiten kürzen oder Filialen schließen.
5 Methoden, um PTA für Ihre Apotheke zu gewinnen
Bei einer Besetzungsquote von 39 Prozent reicht es nicht, die klassische Anzeige besser zu formulieren. Es braucht einen anderen Ansatz.
1. Werden Sie sichtbar, bevor die Stelle frei wird
Eine Stellenanzeige erreicht nur, wer aktiv sucht, und bei einer derart niedrigen Besetzungsquote sind das erkennbar zu wenige. Über Social Recruiting lassen sich PTA in Ihrer Region gezielt ansprechen, unabhängig davon, ob sie gerade wechseln wollen.
2. Machen Sie die Bewerbung in wenigen Minuten möglich
Qualifikation, Wunschstunden, Erreichbarkeit: Mehr braucht ein erstes Telefonat nicht. Ein Bewerbungsprozess, der sofort ein vollständiges Anschreiben verlangt, verliert genau die Kandidatinnen, die eigentlich interessiert wären.
3. Zeigen Sie das Team, nicht nur die Offizin
Die meisten Stellenanzeigen von Apotheken zeigen ein Regal, eine Theke und ein Stockfoto im weißen Kittel. Echte Fotos des echten Teams und ein ehrlicher Satz zum Arbeitsalltag entscheiden darüber, ob jemand sich bewirbt. Mehr dazu unter Employer Branding.
4. Antworten Sie schneller als die Apotheke im Nachbarort
Bei 8,5 offenen PTA-Stellen je suchender PTA in manchen Regionen führen Bewerberinnen häufig mehrere Gespräche gleichzeitig. Ein Rückruf nach einer Woche trifft oft auf jemanden, der längst eine Zusage hat. Reaktionszeit ist der Unterschied zwischen Einstellung und Absage.
5. Nutzen Sie die neuen Kompetenzen als Argument
Die Apothekenreform 2026 erweitert die Verantwortung erfahrener PTA spürbar, etwa bei der eigenständigen Leitung von Filialen in ländlichen Regionen ohne anwesende Approbierte. Wer diese Entwicklungsperspektive aktiv kommuniziert, statt sie zu verschweigen, positioniert die Stelle als das, was sie inzwischen ist: ein Beruf mit wachsender Eigenverantwortung.
Was die einzelnen Wege kosten und bringen
Die folgende Übersicht vergleicht die gängigen Wege nebeneinander.
| Weg | Wen Sie erreichen | Zeit bis zur Besetzung | Kosten |
|---|---|---|---|
| Stellenanzeige, Jobbörse | Nur wer aktiv sucht | Unbestimmt, oft erfolglos | Pro Schaltung, unabhängig vom Ergebnis |
| Bundesagentur für Arbeit | Gemeldete Arbeitslose, ein sehr kleiner Kreis | Unbestimmt | Kostenfrei |
| Personalvermittlung | Kandidaten im Netzwerk des Vermittlers | Wochen bis Monate | Marktüblich 20 bis 30 Prozent des Jahresbruttos |
| Social Recruiting | Auch PTA, die aktuell fest angestellt sind | 23 Tage im Schnitt | 2.150 Euro je Einstellung im Schnitt |
Letzte Zeile: Durchschnittswerte aus Bewerberfluss-Projekten im Gesundheits- und Sozialwesen.
Fazit: Personalmangel wird für Apotheken zur Existenzfrage
16.601 Apotheken, so wenige wie seit fast 50 Jahren nicht mehr, und eine Besetzungsquote von nur 39 Prozent bei PTA-Stellen. Wer weiter ausschließlich auf klassische Stellenanzeigen setzt, konkurriert um einen sehr kleinen Kreis aktiv Suchender, während die eigene Öffnungszeit auf dem Spiel steht.
Der Weg heraus führt über Sichtbarkeit, bevor die Stelle frei wird, eine Bewerbung in Minuten statt Tagen und echte Entwicklungsperspektiven, die die Apothekenreform inzwischen ermöglicht.
Bewerberfluss besetzt offene Stellen im Gesundheits- und Sozialwesen im Schnitt in 23 Tagen. Nicht, weil wir PTA kennen, die sonst niemand kennt, sondern weil wir sie dort ansprechen, wo sie sind: im Job.
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